Warum wir trotz Nachdenken immer wieder an ähnlichen Punkten landen.

 

Eigentlich läuft vieles gut.

 

Sie funktionieren im Alltag. Sie tragen Verantwortung. Sie treffen Entscheidungen.

 

Von außen betrachtet gibt es oft keinen offensichtlichen Grund unzufrieden zu sein. Und trotzdem taucht manchmal leise und hartnäckig ein Gedanke auf:

So wie bisher möchte ich nicht ewig weitermachen.


Vielleicht kennen Sie das.

Sie denken seit Monaten über dieselbe Entscheidung nach. Sie wägen ab, sammeln Argumente, sprechen mit Freunden. Trotzdem kommen Sie nicht wirklich weiter.

Oder Sie nehmen sich vor, beim nächsten Mal früher Nein zu sagen, klare Grenzen zu setzen und mehr auf sich selbst zu achten. Und plötzlich finden Sie sich wieder in einer Situation, die sich erstaunlich vertraut anfühlt.

Wieder übernehmen Sie Verantwortung. 

Wieder stellen Sie die Bedürfnisse anderer vor die eigenen.

Wieder verschieben Sie etwas, das Ihnen eigentlich wichtig wäre.



Warum lande ich immer wieder hier

 

Viele Menschen erleben solche Momente. Nicht einmal sondern immer wieder.

Genau das macht sie so irritierend. Denn irgendwann entsteht die Frage:

Warum wiederholen sich bestimmte Konflikte?

Warum fällt mir dieselbe Art von Entscheidung so schwer?

Warum weiß ich eigentlich, was ich tun sollte und tue es trotzdem nicht?


Die meisten Menschen suchen dann nach einer besseren Lösung. Nach mehr Disziplin. Mehr Selbstvertrauen. Mehr Klarheit.

Mich interessiert an dieser Stelle eine andere Frage.

Was wäre, wenn das Problem gar nicht die aktuelle Situation ist? Was wäre, wenn sich nicht die Situation wiederholt sondern etwas anderes? Etwas, das meist unsichtbar bleibt.

Die Art, wie wir auf Situationen reagieren.

Die Regeln, nach denen wir entscheiden.

Die Erwartungen, die wir an uns selbst stellen.

Die Muster, die über viele Jahre entstanden sind. 

Denn was sich wiederholt, hat meist einen Grund.

 

 

 

Was sich wirklich wiederholt

 

Besonders häufig begegne ich Menschen, die vieles richtig gemacht haben. 
Sie haben Verantwortung übernommen. Sich angestrengt. Ihre Ziele erreicht. Und trotzdem entsteht irgendwann die Frage:

 

War das eigentlich mein Weg? Oder bin ich einfach nur sehr gut darin geworden, Erwartungen zu erfüllen?

  

 

Es sind selten die großen Entscheidungen. Viele Menschen erwarten, dass wichtige Wendepunkte im Leben eindeutig erkennbar sind. Die Kündigung. Die Trennung. Der Umzug. Der Neustart.

In meiner Erfahrung entstehen viele Veränderungen jedoch lange davor. In den kleinen Momenten. 


Wenn jemand zum fünften Mal Ja sagt, obwohl er Nein meint.


Wenn jemand zum wiederholten Mal eine Chance nicht nutzt, obwohl er sich eigentlich danach sehnt.


Wenn jemand immer wieder die Bedürfnisse anderer vor die eigenen stellt.


Oder wenn jemand äußerlich erfolgreich ist und trotzdem spürt: So richtig angekommen bin ich nicht.

Diese Situationen wirken auf den ersten Blick unterschiedlich. Und doch haben sie häufig etwas gemeinsam.

Viele Menschen glauben, sie hätten ein Entscheidungsproblem.

Tatsächlich wiederholt sich oft etwas anderes. Nicht die Situation. Sondern die Art, wie sie mit der Situation umgehen.

Nehmen wir zwei Menschen. Beide denken über einen beruflichen Wechsel nach. Die eine Person bleibt. Die andere kündigt. Von außen betrachtet haben sie unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Und trotzdem könnte dieselbe Regel dahinterstehen:

“Mach keine Fehler.”

“Enttäusche niemanden.”

“Sei vernünftig.”



Die Situation verändert sich. Die Regel bleibt.

Und genau deshalb wiederholen sich oft ähnliche Gefühle, ähnliche Konflikte und ähnliche Zweifel.

 

 

 

Die Regeln, die niemand bewusst gewählt hat

 

Niemand setzt sich mit zehn Jahren hin und beschließt:

Ich werde später immer die Verantwortung für andere übernehmen.

Oder: Ich werde meine Bedürfnisse regelmäßig zurückstellen.

Diese Regeln entstehen meist schleichend. Weil sie einmal sinnvoll waren.
Weil sie Sicherheit gegeben haben. Weil sie geholfen haben, dazuzugehören.
Weil sie funktioniert haben.

Deshalb sind sie nicht falsch. Im Gegenteil. Viele dieser Regeln haben Menschen zuverlässig, leistungsstark und erfolgreich gemacht.

 

 

 

Welche Muster helfen Ihnen noch

 

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Welche Muster muss ich loswerden? 

Sondern:

 

Welche Muster helfen mir heute noch? Und welche passen nicht mehr zu dem Leben, das entstehen möchte?

 

 

Wenn Sie solche Muster bei sich erkennen und neugierig sind, was dahintersteckt.
Ich begleite Menschen genau dabei.

 

Mag. Siegrun Bär

 

Klinische und Gesundheitspsychologin Arbeitspsychologin

in Langenzersdorf und online

 

Praxis

In Schiffeln 50

Langenzersdorf bei Wien

Bezirk Korneuburg